Zahnbehandlung bei Vorerkrankungen: Was Risikopatienten wissen sollten

Eine Herzerkrankung, Blutverdünner, Diabetes oder Bisphosphonate gegen Osteoporose: Wer mehrere Vorerkrankungen mitbringt, fragt sich vor einer Zahnbehandlung oft, ob das überhaupt sicher geht. Die Antwort ist klar: Ja, es geht. Vorausgesetzt, Ihre Erkrankungen werden vorher sauber besprochen und in die Planung einbezogen.

Mit den Jahren kommen oft mehrere Diagnosen und Medikamente zusammen. Das macht eine Zahnbehandlung nicht unmöglich, aber es macht sie zu einer Sache, die man nicht nebenbei erledigt. Wichtig ist, dass Ihre Vorgeschichte vor der Behandlung auf dem Tisch liegt, nicht erst, wenn etwas passiert.

In diesem Beitrag erklären wir, welche Vorerkrankungen und Medikamente besonders zählen, was Sie zum Termin mitbringen sollten und warum eine Praxis mit mehreren Fachrichtungen unter einem Dach gerade für Risikopatienten ein Sicherheitsgewinn ist.

Warum sind Vorerkrankungen beim Zahnarzt überhaupt wichtig?

Bestimmte Erkrankungen und Medikamente verändern, wie Ihr Körper auf eine Behandlung reagiert. Sie können die Blutung beeinflussen, die Wundheilung verzögern, das Infektionsrisiko erhöhen oder mit Betäubungs- und Schmerzmitteln in Wechselwirkung treten.

Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund zur Planung. Eine Zahnärztin, die Ihre vollständige Vorgeschichte kennt, kann den richtigen Zeitpunkt wählen, das passende Vorgehen festlegen und Risiken im Vorfeld ausschließen, statt sie zu riskieren.

Genau deshalb steht bei Risikopatienten die Anamnese am Anfang, nicht der Bohrer. Je offener Sie über Ihre Erkrankungen sprechen, desto sicherer wird Ihre Behandlung.

Welche Vorerkrankungen und Medikamente sind besonders relevant?

Einige Vorerkrankungen kommen in der Zahnmedizin immer wieder vor und verdienen besondere Aufmerksamkeit. Diese Punkte sollten Sie unbedingt ansprechen.

Blutverdünner und Gerinnungsstörungen. Wer Medikamente wie ASS, Marcumar oder moderne Gerinnungshemmer nimmt, blutet bei Eingriffen länger. Das lässt sich gut steuern, wenn es bekannt ist. Bringen Sie Ihren Gerinnungspass und, falls vorhanden, aktuelle INR-Werte mit.

Diabetes mellitus. Bei Diabetes ist die Wundheilung oft verzögert, und während der Behandlung kann der Blutzucker entgleisen. Ein gut eingestellter Wert und eine Mahlzeit vor dem Termin helfen, eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck. Herzerkrankungen, ein zurückliegender Infarkt oder hoher Blutdruck beeinflussen die Wahl der Betäubung und das Vorgehen bei längeren Eingriffen. Auch hier gilt: bekannt ist beherrschbar.

Bisphosphonate und Osteoporose. Diese Medikamente brauchen besondere Beachtung, dazu gleich mehr im eigenen Abschnitt.

Geschwächtes Immunsystem. Nach Organtransplantation, unter Chemotherapie oder bei immununterdrückenden Medikamenten steigt das Infektionsrisiko. Eine sorgfältige Planung und gegebenenfalls eine Antibiotika-Absicherung gehören dann dazu.

Was sollten Sie zum Termin mitbringen?

Damit Ihre Behandler ein vollständiges Bild bekommen, hilft eine kleine Vorbereitung. Am wichtigsten ist eine aktuelle Liste all Ihrer Medikamente, am besten der Medikationsplan von Ihrem Hausarzt oder die Verpackungen selbst.

Nützlich sind außerdem Ihr Gerinnungspass und aktuelle Blutwerte, ein Allergiepass, die Kontaktdaten Ihres Hausarztes und Ihrer Fachärzte sowie frühere Befunde oder Röntgenbilder. Eine Begleitperson darf gern mitkommen, besonders zum Erstgespräch.

Eine Regel ist dabei besonders wichtig: Setzen Sie Ihre Medikamente niemals eigenmächtig ab. Ob ein Blutverdünner vor einem Eingriff pausiert wird, entscheidet nie der Patient allein, sondern immer der Zahnarzt in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. Eigenmächtiges Absetzen kann gefährlicher sein als der Eingriff selbst.

Bisphosphonate und Osteoporose: das unterschätzte Risiko

Bisphosphonate werden gegen Osteoporose und in der Krebstherapie eingesetzt. Sie stärken den Knochen, können aber in seltenen Fällen eine medikamentenassoziierte Kiefernekrose auslösen, also einen schlecht heilenden Knochendefekt im Kiefer (DGZMK).

Das Risiko betrifft vor allem Eingriffe, die den Knochen belasten, etwa das Ziehen eines Zahns oder das Setzen eines Implantats. Deshalb ist es so wichtig, dass Ihre Behandler von der Einnahme wissen, bevor sie planen. Wer Bisphosphonate nimmt oder genommen hat, sollte das immer aktiv ansprechen.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Planung lassen sich auch diese Behandlungen sicher durchführen. Fachgesellschaften empfehlen, das Gebiss möglichst vor Beginn einer Bisphosphonat-Therapie zu sanieren. In der Praxis heißt das: Ihre Behandler klären zunächst, seit wann und in welcher Form Sie das Medikament nehmen, schätzen daraus Ihr individuelles Risiko ein und stimmen den Zeitpunkt und das Vorgehen eines nötigen Eingriffs mit dem verordnenden Arzt ab. Ob das Medikament dabei pausiert wird, entscheidet niemals die Zahnarztpraxis allein. Pauschal von einer Behandlung abzuraten, ist falsch. Sie ohne Berücksichtigung des Medikaments durchzuführen, ebenso.

Warum eine Praxis mit allem unter einem Dach sicherer ist

Bei mehreren Vorerkrankungen ist das größte Ärgernis oft das Herumgeschicktwerden: Der Zahnarzt überweist zur Chirurgie, die Chirurgie zur Anästhesie, und niemand hat das Gesamtbild. Genau hier liegt der Vorteil einer Praxis, die mehrere Fachrichtungen vereint.

Wenn Zahnmedizin, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Anästhesie zusammenarbeiten, wird Ihre Behandlung aus einer Hand geplant. Ein notwendiger chirurgischer Eingriff kann bei Bedarf direkt in sicherer Sedierung oder Vollnarkose erfolgen, überwacht von einem Anästhesisten, ohne dass Sie dafür die Praxis wechseln müssen.

Dazu kommt die Abstimmung nach außen. Bei komplexen Fällen ist die Rücksprache mit Ihren behandelnden Ärzten Teil einer sorgfältigen Planung, damit Ihre Zahnbehandlung und Ihre übrige Medikation zusammenpassen.

Zahnbehandlung bei Vorerkrankungen in Augsburg: so arbeiten wir

Bei AMEDIS in der City Galerie sind Zahnmedizin, Kieferchirurgie und Anästhesie unter einem Dach. Unsere MKG-Fachärzte und ein eigener Anästhesist im Haus bedeuten für Sie: Auch ein anspruchsvoller Eingriff bleibt an einem Ort, in einer abgestimmten Planung, mit einem festen Ansprechpartner.

Gerade Patienten mit mehreren Vorerkrankungen und ältere Menschen sind bei uns ausdrücklich willkommen. Wir gehen Ihre Medikamentenliste vor der Behandlung mit Ihnen durch, erklären Ihnen Nutzen und Risiken verständlich und geben Ihnen einen schriftlichen Behandlungsplan mit nach Hause. Darin trennen wir Kassen- und Privatleistungen sauber voneinander, damit Sie genau sehen, was auf Sie zukommt, und in Ruhe entscheiden können.

Wer Sie behandelt, sehen Sie mit Namen und Qualifikation auf unserer Team-Seite. Dass dieser Weg ankommt, zeigt auch das Feedback unserer Patienten: AMEDIS wird bei Google mit 4,9 von 5 Sternen aus über 1.000 Bewertungen geführt.

Am liebsten lernen wir Sie persönlich kennen. Rufen Sie uns für ein Erstgespräch an unter 0821 / 50 89 550, gern gemeinsam mit Ihrer Begleitperson. Termine sind dank langer Öffnungszeiten auch außerhalb der üblichen Zeiten möglich, und Sie finden uns zentral in der City Galerie in Augsburg.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit Blutverdünnern zum Zahnarzt, oder muss ich sie absetzen?

Sie können zum Zahnarzt, und Sie sollten Blutverdünner niemals eigenmächtig absetzen. Ob vor einem Eingriff eine Anpassung nötig ist, entscheidet der Zahnarzt in Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt. Bringen Sie Ihren Gerinnungspass und aktuelle Werte mit.

Was sollte ich zum ersten Termin mitbringen?

Eine aktuelle Liste aller Medikamente oder die Verpackungen, Ihren Gerinnungs- und Allergiepass, aktuelle Blutwerte, die Kontaktdaten Ihrer Ärzte und frühere Befunde. So bekommen Ihre Behandler ein vollständiges Bild.

Ich nehme Bisphosphonate. Kann ich trotzdem ein Implantat bekommen?

Das ist nicht ausgeschlossen, erfordert aber eine besonders sorgfältige Abwägung wegen des Risikos einer Kiefernekrose. Entscheidend ist eine genaue Planung mit Ihren behandelnden Ärzten. Sprechen Sie die Einnahme unbedingt vor jeder Planung an.

Wird mein Hausarzt in die Behandlung eingebunden?

Bei komplexen Vorerkrankungen gehört die Abstimmung mit Ihren behandelnden Ärzten zu einer sorgfältigen Planung. So passen Ihre Zahnbehandlung und Ihre übrige Medikation zusammen.

Ist eine Behandlung unter Narkose bei einer Herzerkrankung möglich?

Oft ja, aber das hängt von Ihrem individuellen Befund ab. Weil bei uns ein Anästhesist im Haus ist, lässt sich die Eignung für eine Sedierung oder Vollnarkose sorgfältig prüfen und sicher überwachen.

Muss ich für jede Vorerkrankung zu einem anderen Spezialisten?

Nicht bei uns. Weil Zahnmedizin, Kieferchirurgie und Anästhesie unter einem Dach zusammenarbeiten, bleibt Ihre Behandlung an einem Ort und in einer abgestimmten Planung, statt Sie von Praxis zu Praxis zu schicken.