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10 Zahn-Mythen unter der Lupe

Rund um den Zahn existieren viele Thesen, die oft für bare Münze genommen werden. Bei genauerer Betrachtung stellt sich häufig jedoch heraus, dass es für diese Behauptungen keine fundierte Basis gibt. Dieser Beitrag nennt die 10 größten Zahn-Mythen und wirft einen Blick hinter die Kulissen.

Mythos 1: Schlechte Zähne können vererbt werden

Lediglich Zahnanlagen wie die Form, Stellung, Farbe und Stärke des Zahnschmelzes lassen sich, ähnlich wie Haar- oder Augenfarbe vererben. Schlechte Zähne definieren sich aber durch eine zerstörte Zahnsubstanz. Die Löcher entwickelt sich aus Karies, was wiederum nicht den Eltern oder Großeltern zuschulden kommt, sondern einer mangelnden Zahnhygiene.

Natürlich gibt es auch eine Veranlagung für die Zusammensetzung der Bakterien im Mundraum und für die Menge, sowie Zähigkeit des Speichels. Beides spielt dann wiederum eine Rolle für die Zahngesundheit. Falls man aber zu schlechteren Voraussetzungen neigt, kann das durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung in Kombination mit guter Zahnpflege ausgeglichen werden.

vererben

Mythos 2: Kaugummi ersetzt die Zahnhygiene

Kaugummi ist keinesfalls in der Lage, Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide zu ersetzen. Durch die verstärkte Kaubewegung kann er lediglich den Speichelfluss anregen und den Zahnschmelz mit Mineralien versorgen. Säuren lassen sich somit neutralisieren und der Zahnschmelz härten. Entscheidend ist, dass im Kaugummi statt Zucker der Zuckeraustauschstoff Xylit steckt, damit wirkt Kaugummi aber trotzdem nur unterstützend.

Kaugummi

Mythos 3: Zuckerfrei bedeutet "gut für die Zähne"

Hier muss man aufpassen! Die auf Lebensmittelverpackungen aufgedruckte Bezeichnung "zuckerfrei" ist differenziert zu betrachten. Sie sagt lediglich aus, dass im Lebensmittel keine Saccharose (Haushaltszucker) enthalten ist. Des Weiteren besteht keine Deklarationspflicht bis zu einem Zuckergehalt von 0,5 Prozent. Die “versteckten” Zuckerarten wie Fruchtzucker, Milchzucker und Traubenzucker, die auch in “zuckerfreien” Lebensmitteln enthalten sein können, greifen die Zähne ebenfalls an.

Früchte

Mythos 4: Jedes Kind kostet einen Zahn

Einer der größten Zahn-Mythen überhaupt und glücklicherweise unwahr. Durch häufiges Erbrechen kann zwar der Säuregehalt des Mundes steigen und der Kalziumbedarf kann sich erhöhen, doch das allein reicht nicht aus um einen Zahn zu verlieren. Bei weiterhin guter Pflege muss man sich also auch während der Schwangerschaft keine Sorgen machen. Sollte man doch ein ungutes Gefühl haben, hilft bestimmt auch ein Kontrollbesuch bei einem vertrautem Zahnarzt.

Ganz falsch ist es allerdings nicht, dass in der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für entzündetes Zahnfleisch wegen des veränderten Hormonhaushaltes besteht.

Daher sind in dieser Zeit gute Zahnpflege und professionelle Zahnreinigung besonders wichtig.

Schwangerschaft

Mythos 5: Die Pflege der Milchzähne kann eingestellt werden

“Die Milchzähne muss man nicht pflegen, sie fallen ja sowieso aus.” Ein häufiger Irrglaube und großer Fehler! Die Weichen für die spätere Zahngesundheit werden beim Milchgebiss gestellt. Um das Karies-Risiko nachhaltig zu minimieren, ist bereits der erste Zahn hinlänglich zu pflegen. Für mehr Informationen und Behandlungen speziell für Kinder schauen Sie sich gern bei uns um!

Milchzähne

Mythos 6: Am besten so fest wie möglich putzen

Zu den hartnäckigen Zahn-Mythen zählt der Anpressdruck der Zahnbürste. Viele sind der Meinung, fester ist besser, das ist jedoch falsch! Ist der Druck zu doll, kann er das empfindliche Zahnfleisch schädigen. Auch der Zahnschmelz kann durch zu fest aufgedrückte Borsten Risse bekommen und Zahnhälse können freigelegt werden. Dies macht es süßen Speisen, kalten und heißen Getränken leicht, bis zu den Nervenbahnen zu gelangen und Schmerzen zu verursachen.

Brushing teeths harshly

Mythos 7: Direkt nach dem Essen Zähne putzen ist das Nonplusultra

Zeitnah ist hier das entscheidende Wort. Natürlich ist es ratsam, nicht zu viel Zeit zwischen der Mahlzeit und der Zahnpflege verstreichen zu lassen, eine Wartezeit von mindestens 30 bis 60 Minuten ist jedoch Pflicht. Die Zahnhartsubstanz wird bereits beim Essen - beispielsweise durch Fruchtsäure - aufgeweicht. Kommt nun noch das Schrubben mit der Zahnbürste hinzu, kann dies dem Zahnschmelz erheblich schaden.

Neben der Fruchtsäure haben auch Flüssigkeiten wie Essig, Wein oder Cola denselben Effekt. Wartet man aber nach der Zunahme dieser Lebensmittel ca. 30 Minuten, bildet der Körper genügend Speichel, um die Säure zu neutralisieren.

eating

Mythos 8: Eine Minute Zähne putzen genügt

Sie sollten mindestens zwei bis drei Minuten morgens und abends in Ihre Zähne investieren. So viel Zeit muss sein um die Zähne von Belägen und Plaque zu befreien und sie so vor Karies zu schützen. Für eine hohe Wirksamkeit müssen außerdem Zahnpasta-Inhaltsstoffe wie Fluorid eine Weile einwirken, eine Minute reicht hierfür nicht aus. Vor Allem Abends ist eine gründliche Reinigung wichtig, da sich die Zähne über Nacht am meisten erholen können.

Man sollte es aber auch nicht übertreiben und dem Mythos “Je länger desto besser” glauben. Zu langes Zähneputzen wirkt sich nämlich negativ auf den Zahnschmelz aus.

time

Mythos 9: Wurzelbehandlungen sind äußerst schmerzhaft

Keine Sorge, lokale Betäubung machen Wurzelbehandlungen heutzutage nahezu komplett schmerzfrei! Selbst bei komplexeren Fällen mit extrem entzündeten Zahnnerven oder eitrigen Knochen kann man mit neuesten Spritzen Systemen dem Schmerz sehr gut entgegenwirken!

Auf dieser Seite haben wir hierfür nähere Informationen für Sie.

Wurzelbehandlung

Mythos 10: Alle Zahncremes mit aufhellendem Effekt sind schädlich

Hier gehen die Meinungen auseinander. Mit gutem Grund: Zahnpasten mit aggressiven Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel Micro Pearls, wirken wie Schleifpapier und schaden dem Zahnschmelz erheblich. Es gibt jedoch auch Pasten mit natürlichen Stoffen, die denselben Effekt erzielen. Kurkuma führt Beispielsweise zu einer milden, unbedenklichen Aufhellung der Zähne.

zahncreme

Fazit

Sie sollten nicht alles, was Sie im Bereich der Zahnmedizin hören, für bare Münze nehmen. In vielen Irrglauben und weit verbreiteten Meinungen im Internet stecken aber trotzdem (Teil-)Wahrheiten. Im Zweifel sollten Sie den Zahnarzt Ihres Vertrauens direkt ansprechen oder um Rat fragen.

Damit wären wir am Ende unserer Zehn Zahn Mythen. Für mehr Informationen, Behandlungsmöglichkeiten und anderen Beiträgen besuchen Sie gern unsere Website oder nehmen Sie Kontakt auf!

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